CGN Esports

Vom Studentenprojekt zum Upstart

Wenn wir über deutsche Organisationen in der A1 eSports League Austria sprechen fallen oft Namen wie BIG, SK Gaming & Co. Manchmal schaffen aber auch kleine, jüngere Organisationen zu überraschen. Diesmal wollen wir ein Spotlight auf eine jünge Kölner Organisation, die mit einem Smash-Titel und einem heiß umkämpften Valorant-Finale von sich reden gemacht hat. You guessed it: Es ist CGN. Wir haben Gründer Lucas und Valorant-Coach Sebe+ zum Interview getroffen und mit ihnen über die Anfänge und ihre bisherigen Erfolge geredet, aber auch einen kleinen Blick in die Zukunft und auf ihr kommendes Youngstars Team gewagt.
Zu allererst einmal: Wofür steht die Abkürzung CGN?

Lucas: “Das ist Auslegungssache. Anfangs hieß es Cologne Gaming Network, aber Vielflieger werden CGN auch vom Kölner Flughafen her kennen. Es symbolisiert auch ein bisschen den regionalen Bezug, den wir von Anfang an mit drin haben wollten.”

Wie seid ihr als eSports Organisation entstanden?

Lucas: “Angefangen hat es eigentlich an der Uni. Dort haben Marcel, auch ein Gründer von CGN, und ich uns kennengelernt. Bei einem Projekt sollten wir smarte Möbel konzipieren und um es spannend zu machen, wollten wir einen Tisch speziell für Gamer und eSportler machen. Diese Idee war der erste Lebensfunken von CGN und von da an war unser Interesse geweckt.

Angefangen hat dann mit Smash nehme ich an?

Lucas: “Ja genau. Wir haben uns etwas umgeschaut, um zu sehen, welche Games denn jetzt zu uns passen würden. Von Anfang an hatten wir auch schon gute Connections zur Smash-Szene und auch das Profil vom Spiel hat super gepasst. Aktive Community, Raum zum Wachsen – auch für eine kleinere Orga – und vor allem wenig Präsenz von den etablierten Organisationen. Im Scouting sind wir auch auf Tarik gestoßen und kurz nach den ersten Gesprächen hat er schon seinen ersten A1 Titel gewonnen, mit uns dann sogar den zweiten.

Wie erging es euch dann 2020?

Lucas: “2020 war für die Smash-Szene ja leider weniger berauschend, da das Game auch von der Offline-Experience lebt. Da unser Proof-of-Concept und unsere Philosophie aber so gut funktioniert hat, haben wir uns schon in der Beta für Valorant interessiert. Mit dem Valorant Contenders Cup hatten wir auch eines der früheren Turniere am Start, wo sogar FPX mitgespielt hat.”

Sebe+: “Zu dem Zeitpunkt haben wir auch schon aktiv nach möglichen Spielern gesucht. Eigentlich wollten wir wieder sehr fokussiert auf deutsche Spieler setzen, aber damals gab es nur sehr wenige auf dem Niveau und die waren unter mehreren Teams verstreut. Wir haben dann mit einem eher internationalen Core gestartet, aber das hat leider nicht ganz funktioniert. Individuell waren die Spieler gut, aber es hat sich als schwierig gestaltet.”

Was genau habt ihr dann verändert?

Sebe+: “2021 haben wir dann wieder gesagt, zurück zu den Wurzeln und an einem deutschen Lineup gebaut – mit Benny als Grundbaustein. Das war dann auch schlussendlich fast unser Lineup für den A1 Valorant Cup. Mit ihnen hat es einfach so viel besser geklappt, die Spieler haben einfach deutlich besser in unsere und auch meine Philosophie gepasst. Ich als Coach möchte den Spielern Dinge beibringen, die ihnen langfristig etwas bringen. Klar, mit einer Handvoll guten Executes werden sie mehr Runden gewinnen, aber ich möchte auch, dass sie das Spiel an sich gut verstehen – und dann performen.

Siehe A1 eSports Valorant Cup.

Sebe+: “Ja genau! Dort hat man das gut gesehen. Am Anfang haben wir noch mit el1as, unserem Content Creator, im Roster gespielt und dafür hat es sich unfassbar gut angestellt. Über die Wochen, auch mit krea6on im Roster, hat man dann das Wachstum gespürt. Als Wave dann aus den Playoffs gedroppt ist, hab ich schon gewusst, dass die einzig wirklich schwere Hürde BIG sein wird. Im Finale hat es dann sogar fast geklappt, vor allem weil alle Jungs richtig gut gespielt haben.”

2021 ist ja jetzt vorbei, was sind eure Pläne für 2022?

Sebe+: “2022 verändert sich ja sehr viel bei Valorant mit den neuen Strukturen wie VRL & Co. Wir hatten bereits einen guten Run im ersten Open Qualifier im VCT und haben noch im zweiten Qualifier die Chance auf den Einzug. Die zwei neuen Teammitglieder schlagen sich echt gut und wie 2021 hab ich ein super Gefühl bei ihnen.

Lucas: “Ansonsten haben wir noch ein weiteres Valorant-Projekt, nämlich unsere Youngstars. Nachdem wir mit Blitzen und Soon zwei Franzosen ins Mainteam bekommen haben und uns auch mehr international orientieren, wollten wir dafür bei unserem Nachwuchsteam wieder mehr den Städtebezug, das Regionale, einbringen.“

Sebe: “Ganz deutsch ist es aber auch nicht geworden. Von über 100 Bewerbungen haben wir jetzt sechs junge Talente ausgewählt. Die meisten davon sind um die 17 Jahre – mit Ausnahme von Faceroll, unserem IGL, der ist 25. Wir haben mit Kongi einen Österreicher mit dabei, der hat im letzten A1 Cup bei RIZON mitgespielt. Ich glaub mit den Jungs haben wir einen starken Nachwuchs, der vor allem von unserer Philosophie extrem profitieren. Ich freu mich auf 2022.”

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch noch viel Glück in den Qualifiern und hoffen, euch auch im nächsten A1 Valorant Cup wieder dabei zu haben.
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