Weil ich Gamerin bin: 4 Wünsche zum Weltfrauentag

Für den diesjährigen Weltfrauentag habe ich eine Wunschliste mit meinen 4 größten Wünschen für mehr Frauenpower in der Gaming und eSports Community hierzulande, aber auch über die Grenzen hinaus, geschrieben. Es sind Wünsche zu neuen Chancen und der gemeinsamen Gestaltung der Community. Wenn nur jeder von uns ein bisschen mehr im Alltag auf diese Themen achtet, bin ich mir sicher, dass wir #gemeinsamstatteinsam noch mehr erreichen können.

Wunsch 1: Ich wünsche mir mehr weibliche Pro Gamerinnen

Nicht nur in Österreich, sondern auch international gibt es nur wenige Pro Gamerinnen, die in den höchsten Ligen und Bewerben mitspielen und dabei vielleicht sogar gewinnen. Zainab “zAAz“ Turkie ist eine der wenigen weiblichen Spielerinnen, die den Weg bis ganz nach oben geschafft hat: dreifacher CS:GO Champion der Intel Extreme Masters, eigene Sponsorverträge und Gewinne in Höhe von rund $ 48.000,- Ein anderes Beispiel ist Sasha “Scarlett” Hostyn, die 2018 als erste Frau ein Star Craft II Major Turnier gewinnen konnte.

Auch hierzulande gibt es vereinzelt Frauenpower unter den aktiven eSportlern. So ist Marlies “Maestra” Brunnhofer die erste Frau in der Division 1 der Prime League und Marie-Christine “Ximera” Haslinger hat uns in den ersten Seasons der A1 Liga tolle Games mit ieS Virtual Gaming geschenkt. In der Smash Szene wiederum hat sich Sophie “Sophie the Warrior” Nasr einen Namen gemacht.

Obwohl in Österreich mittlerweile 45% der Gamer weiblich sind und sich auch unter den eSports Konsumenten mit 27% ein hoher Frauenanteil findet, sind die heimischen Ligen zu mehr als 95% männlich dominiert. Zeit, dass sich das ändert und Frauen die Szene deutlich durchmischen. Ich wünsche mir deshalb, dass sich mehr Frauen den Weg als eSportlerinnen zutrauen – go girls!

Nothing could stop me: – zAAz im IEM Katowice CS:GO 2017 Spotlight 

Wunsch 2: Ich wünsche mir, dass jeder seinen Teil beiträgt, um Klischees und Vorurteile verschwinden zu lassen

Heute sind oftmals noch eigene Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Gaming Szene notwendig: Female-only Teams, Girl-Turniere und Veranstaltungen wie Smash Sisters Treffen sowie die Vernetzung untereinander sollen den Frauenanteil im Gaming und eSports Bereich stärken. Beim eSport Verband Österreich (ESVÖ) gibt es mit Yvonne Scheer eine Genderbeauftragte, die sich mit voller Leidenschaft um den Aufbau der weiblichen Community in Österreich kümmert.

Als Frau hört man dabei nicht selten „Ah du bist ja ein Mädel – Freewin für mich“ oder „Weißt du überhaupt, wie man einen Controller bedient?“ Und das sind noch die richtig netten Kommentare. Klischees und Vorurteile gegenüber weiblichen Role Models in der Szene sind nicht nur unangebracht, sondern auch destruktiv. Deshalb braucht es uns, um diese Klischees nach und nach verschwinden zu lassen. Ich wünsche mir, dass diese Themen in Zukunft nicht extra gefördert werden müssen, sondern selbstverständlich sind und Frauen genauso wie Männer in der Szene präsent sind. Und dass vielleicht die Rolle „Genderbeauftragte“ dann immer mehr in Richtung Community-Beauftragte wächst.

Wunsch 3: Ich wünsche mir Frauenpower an den Spitzen der Teams und Orgas

In Österreich gibt es in der Gaming & eSports Szene mit Jenny Rassi – TO Vienna Challengers Arena, Natalie Denk, Maria Gruber & Laura Peter – Initiatorinnen von Schülerligen und auch mir als Leitung der A1 eSports League schon viel Frauenpower bei den heimischen Turnieren und Ligen. Wo ich Frauen jedoch massiv vermisse, ist bei den heimischen und internationalen Teams. Dabei meine ich nicht nur wie in Wunsch 1 bei den aktiven eSportlern, sondern auch in den Vorständen der eSports Organisationen und Teams.

Aus diversen Studien weiß man ja bereits, dass im Wirtschafts- und Business-Umfeld gemischte Teams mit Männern und Frauen deutlich besser perfomen, als rein männlich dominierte Teams. Bei manchen Studien gingen die Profits mit steigendem Frauenanteil sogar um bis zu 50% hinauf. Warum sollte das nicht auch im eSports-Umfeld gelten? Deshalb wünsche ich mir auch in den Spitzen der Teams und Orgas mehr gemischte Führungsteams.

Get2Gether der weiblichen eSports Szene in Österreich beim Smash Sisters Event auf der VCA im November.

Wunsch 4: Ich wünsche mir weniger Hate im Internet

Egal welches Geschlecht man hat, man sollte niemals auf so viel Hate stoßen, wie es im Internet leider oft passiert. Rassismus, Sexismus, Diskriminierung und Co sind für viele Teil des Alltags. Aus Spaß gibt es „Swatting“, was immer wieder auch zu echt brenzligen Situationen führt und für Klicks werden unangebrachte und teils verstörende Videos hochgeladen. Nicht falsch verstehen, man kann gemeinsam Spaß haben – friendly banter in der Szene ist auch Teil des Alltags, aber gewisse Grenzen sollten dabei nicht überschritten werden.

Es gibt jeden Tag so viele tolle Projekte und Role Models, unabhängig von ihrem Geschlecht, die es zu feiern gilt. Jeder, der Teil der Community ist, weiß wie viel Geniales man gemeinsam erleben kann: Wie viele coole Stunden hat man mit Freunden schon gemeinsam online oder auf LANs gezockt? Wie viele lustige Erinnerungen auf den Events geschaffen? Wie viele tolle Projekte hat die Szene schon umgesetzt – seien es Charity Streams oder andere Sachen? Da sollte kein Platz für Hate oder Neid sein. Lasst uns doch gemeinsam daran arbeiten, dass es ein bisschen weniger Hate und ein bisschen mehr Liebe in der Szene gibt 😉

An alle Mädels & Frauen da draußen, die schon immer etwas in der Szene machen wollten: traut euch – es zahlt sich auf jeden Fall aus. Ihr seid unsicher, wie, wo, was, wann? Dann schreibt uns doch einfach oder schaut es euch selbst einmal an.

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